Zustand des Waldes bedrohlich

Friedrichsdorf. In der letzten Stadtverordnetenversammlung stellte die CDU-Faktion zur Pflege des Waldes einen Eil-Antrag, eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 200.000,- Euro bereit zu stellen.
„Das der Wald infolge Klimawandel und Trockenheit stark geschädigt ist wissen wir Alle. Es ist aber nicht nur der Wald anderswo, sondern auch der Friedrichsdorfer ist stark geschädigt. Das aufgrund von Käferbefall eingeschlagene Fichtenholz liegt in den geschädigten Waldabteilungen rum, dieses Holz muss dringend zum Abfuhrweg gerückt und abgefahren werden,“ sagt das Fraktionsmitglied Michael Becker (CDU).

Da die Haushaltsmittel aber durch überplanmäßig hohen Holzeinschlag aufgrund der enormen Waldschäden bereits aufgebraucht sind und Forstunternehmer aufgrund der fehlenden Haushaltsmittel nicht beauftragt werden können das Holz abzufahren, liegt das Holz im Wald rum und es kann nichts getan werden. „Deshalb ist Eile geboten um weiteren Borkenkäferbefall (Flug) zu verhindern,“ sagt auch Fraktionschefin Katja Gehrmann (CDU).

Im Friedrichsdorfer Wald mit einer Fläche von ca. 900 ha werden im Jahr normalweise ca. 4.500 fm (Festmeter) eingeschlagen. In diesem Jahr mussten bis jetzt bereits ca. 8. 600 fm Käferholz eingeschlagen werden. Im Rahmen aller Diskussionen um Klima und Umwelt in unserer Welt, sieht die CDU-Fraktion dringenden Handlungsbedarf direkt im eigenen Friedrichsdorfer Wald.
Außer einer Nutz-u. Erholungsfunktion hat unser Wald auch eine wichtige Schutzfunktion, wie z.B. Immissionsschutz, wie CO2 Bindung und Filterung von Aerosolen, Wasserspeicher, Erosionsschutz Boden, Sicht-u. Lärmschutz und natürlich auch Habitat-u. Naturschutz.

„Es ist schwierig diese wichtigen Funktionen monetär zu bewerten, deshalb ist es auch schwer die Wirtschaftlichkeit unseres Waldes zu berechnen. Wenn wir jedoch unseren Wald mit all seinen Schutz- und Erholungsfunktionen erhalten wollen, werden wir in Zukunft noch mehr investieren müssen. Vielleicht auch in Maßnahmen deren Wirtschaftlichkeit wir nicht bewerten können, aber zur Erhaltung und Pflege unseres Waldes dienen. Alle die von mir angesprochenen Funktionen des Waldes sind für uns Menschen, für uns Friedrichsdorfer, lebenswichtige Funktionen, die in Gefahr sind, wenn wir nicht entschlossen handeln,“ sagte Michael Becker.

In der gleichen Sitzung hatte die Grünen-Fraktion einen Antrag zur Berichterstattung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr gestellt. Dies haben alle Stadtverordneten mitgetragen, aber der CDU ging dieser Antrag nicht weit genug. „Die Berichterstattung ist gut und schön in der nächsten Sitzung, aber handeln müssen wir jetzt,“ so Gehrmann. Michael Becker erklärt, „Eile ist geboten, denn bei anhaltender warmer und guter Witterung droht in diesem Jahr die 3. Generation Borkenkäfer noch im September zu fliegen und die gesunden Bäume in der Umgebung zu befallen. Der Schaden ist enorm, deshalb muss das Holz so schnell wie möglich abtransportiert werden.“ Der Antrag der CDU deckte sich zum Glück mit der Tischvorlage der Verwaltung in der gleichen Sitzung, die sogar um Zustimmung für 611.000, - Euro als überplanmäßige Ausgabe baten um sofort handlungsfähig zu sein. Dem stimmte die CDU sehr gerne zu und freut sich dennoch über den informativen Wald-Bericht in der nächsten Sitzung, den die Grünen gefordert hatten.

Wald am Ende des Lochmühlenweges nach dem Taunus Tagungs Hotel

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