Keine Verschiebung von Schulbezirksgrenzen bekannt

Mit großer Verwunderung hat die CDU Fraktion in der letzten Woche die Pressemitteilung der Koalition aus FWG, Grüne und SPD zur Kenntnis genommen. Diese hatte angekündigt einen Antrag auf eine Verschiebung der Schulbezirksgrenzen (Artikel Taunus Zeitung vom 12. August) vorzunehmen, weil angeblich die Kinder der zukünftigen Ökosiedlung der Grundschule Köppern zugeordnet werden sollen.
„Ich frage mich woher die Koalition ihre Angaben bezieht. Der Schulentwicklungsplan in seiner finaler Fassung ist für alle Bürger online auf der Seite des Hochtaunuskreises einzusehen und ebenso die Schulbezirkssatzung. Und hier steht auf Seite 432 der Schulbezirkssatzung ganz klar, dass der Stadtteile Friedrichsdorf der Peter-Härtling-Schule zugeordnet ist. Da die Ökosiedlung zum Stadtteil Friedrichsdorf gehört, ist die Sachlage sehr eindeutig,“ so die CDU-Fraktionschefin Katja Gehrmann.

In der Satzung stehen alle Zuordnungen ganz genau aufgelistet, auch beispielsweise dass das Wohngebiet "Römerhof", außer dem Lilienweg und dem Jasminweg zur Hardtwalschule Seulberg gehört, also mit allen Details. Und genauso ist es mit der Ökosiedlung und der Peter-Härtling-Schule.

„Eine einfache Nachfrage beim Schulamt des Hochtaunuskreises oder online zu schauen hätte der Koalition ihre Aussage erspart und vor allen Dingen hätten sie dann bei den Eltern keine Angst geschürt mit unnötigen Gefahrenquellen wie der Bahnstrecke, mehr Autoverkehr und so weiter,“ sagt Gehrmann abschließend und hofft, dass die Koalition ihren geplanten Antrag für die Stadtverordnetenversammlung noch einmal genau überprüft, bzw. gar nicht erst einreicht.

Quellenangabe:
Schulbezirksplan
Siehe Seite 432
Schulentwicklungsplan
Siehe Seite 170

Zum Hintergrund

Auf Grund der u.s. Pressemitteilung der Koalition hat die CDU-Fraktion entsprechend reagiert:

FWG, Grüne und SPD fordern Anpassung der Grundschulbezirke – Schulwege sollen möglichst kurz und ungefährlich sein

Friedrichsdorf, den 09.08.2019

Gemeinsame Presseerklärung der Friedrichsdorfer Wählergemeinschaft, Bündnis 90 / Die Grünen und SPD

Eine Zuordnung der Ökosiedlung zur Peter-Härtling-Schule in Friedrichsdorf fordert die Koalition aus Friedrichsdorfer Wählergemeinschaft (FWG), Grünen und SPD.

Der Kreis als Schulträger hat die Schulbezirksgrenzen verschoben. Kinder aus dem Neubaugebiet Ökosiedlung, das zum Stadtteil Friedrichsdorf gehört, sollen danach in Köppern eingeschult werden. Das kommt für alle überraschend. „Der Kreis hat die Planung ohne Rücksicht auf Stadtteilgrenzen und Wegstrecken vorgenommen“, beklagt Claudia Schlick (FWG). Die künftigen Grundschüler müssten Schulwege zurücklegen, die teils doppelt so weit sind. Zudem müsse die Bahn überquert werden, eine unnötige Gefahrenquelle. „Dass deshalb umweltbewusste Bewohner der Ökosiedlung möglicherweise täglich ins Auto steigen, um ihre Kinder zur Schule zu fahren, gleicht einem Schildbürgerstreich“, schimpft Lars Keitel (Bündnis 90 / Die Grünen).

Die Auswirkungen beginnen bereits im Kindergarten. Denn die Köpperner Grundschule hat im Unterschied zur Peter-Härtling Schule in Friedrichsdorf eine Eingangsstufe. Den unterschiedlichen Schulsystemen tragen die örtlichen Kindertagesstätten in ihren pädagogischen Konzepten seit Jahrzehnten Rechnung. Die Betreuungseinrichtungen im Stadtteil Friedrichsdorf bereiten auf eine Einschulung im Alter von sechs Jahren vor. „Es wäre fatal, wenn deshalb Betreuungsplätze ungenutzt blieben oder Kinder auf den Schulbeginn schlechter eingestellt sind, als ihre Mitschüler“, erläutert Birgit Brigl (SPD), die auch Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses ist.

FWG, Grüne und SPD fordern daher gemeinsam den Kreis auf, die Zuordnung der Ökosiedlung zu korrigieren. Kinder aus der Ökosiedlung sollen die nahe Peter-Härtling-Schule besuchen.

Der Antrag wird in der Stadtverordnetenversammlung am 5. September (19.30 Uhr, Rathaus) behandelt.

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